lernscouts.de
Home Datenschutz Nutzungsbedingungen Impressum Kontakt
Microsoft - Ihr Potenzial. Unser Antrieb.
Strategische Partner
Bundesinitiative Jugend ans Netz Initiative D21


 
Elektroschrott
Elektroschrott: Neue Medien, Rechner & Co.
Jill freut sich: Mit ihrem Ferienjob hat sie genug verdient, um sich einen neuen Rechner und Monitor kaufen zu können. Doch was passiert mit den alten Geräten? Was sollte sie schon beim Kauf beachten? Gibt es überhaupt so etwas wie einen umweltfreundlichen Rechner? Muss es überhaupt ein neuer Rechner sein oder reicht auch ein gebrauchter?

In dieser Lerneinheit erfährst du:

Elektroschrott
Hoch Runter

“ ist der Sammelbegriff für alle nicht mehr genutzten elektrischen und elektronischen Geräte, oder kurz Elektrogeräte.

So vielfältig wie diese Geräte genutzt werden, so vielfältig ist der Schrott, der entsteht, wenn sie nicht mehr verwendet werden: Er fällt in allen Bereichen des Alltags an, bei der privaten Nutzung zu Hause, in der industriellen Produktion, bei der Arbeit im Büro, in der Medizin in Praxen und Krankenhäusern.

Bunte Vielfalt: Neue Medien, Braune und Weiße Ware
Ein Alltag ohne Elektrogeräte ist nicht mehr vorstellbar: sie ermöglichen raschen, weltweiten Austausch und Abruf von Infor-mationen, bieten Spiel und Spaß und ersetzen manuelle Tätigkeiten, z.B. das Wäsche waschen mit der Hand. Es ist üblich, folgende Sorten nach ihren Aufgaben zu unterscheiden:
  • Neue Medien benötigen Geräte zur Information, Kommunikation und Datenverarbeitung, vom Rechner mit sei-nem Zubehör bis hin zum mobilen Telefon, das auch Bilder, Nachrichten und Emails versenden kann.
  • Als „braune“ Ware wird bezeichnet, was im Wohnbereich genutzt wird und der Unterhaltung dient wie Fernseher und Musikanlage.
  • Alle Geräte für Küche und Haushalt heißen „weiße“ Ware, z.B. Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke.
  • Industrieelektronik wird in den industriellen Abläufen z.B. als Werkzeug, zum Antrieb, zur Steuerung oder Ü-berwachung eingesetzt.

Bunte Vielfalt
Bunte Vielfalt

Neue Medien und Technologien entwickeln sich zur Grundlage unserer „Informationsgesellschaft“ und durchdringen alle gesellschaftlichen Bereiche: z.B. für die Schule werden Hausarbeiten im Internet recherchiert, im Chat mit Klassenkameraden diskutiert, mit dem Computer geschrieben und im Unterricht digital präsentiert. Und auch der Kühlschrank mit Computer, der automatisch die Online- Bestellung zum Händler sendet, ist schon längst Realität und nicht bloße Zukunftsvision.

Die Geräte, die unser Leben so stark verändern, unterliegen selbst auch einer raschen Veränderung. Mit dem Fortschritt in der technologischen Entwicklung ist schon morgen , was heute noch als neu angepriesen wird.

Die Lebensdauer z.B. eines Rechners, bemisst sich nicht allein nach seinem technischen Funktionieren, sondern vor allem danach, ob neuere Modelle mehr Möglichkeiten und größeren Komfort in der Anwendung versprechen. Obwohl die technische Lebensdauer bei einem Rechner ungefähr 10 Jahre beträgt, werden Rechner im Schnitt nach der Hälfte der Zeit alle 4-5 Jahre erneuert.

So endet manches Gerät als , das durchaus noch verwendet werden könnte.

Elektroschrott in Zahlen
Die Anzahl der genutzten Elektrogeräte lässt Rückschlüsse auf die Mengen an zu, die in den nächsten Jahren anfallen werden und den Müllberg weiter wachsen lassen.

So gab es schon im Jahr 2000 mehr als dreimal so viel Rechner in Büros und Haushalten wie zehn Jahre zuvor. Experten rechnen in Deutschland jährlich mit ca. 25 kg pro Ein-wohner oder insgesamt 1,8 Millionen Tonnen Altgeräte. Das entspricht einer Menge, die einen Güterzug in der Länge von Flensburg bis München füllen könnte.

Elektoschrott in Zahlen
Elektroschrott 1,8 Millionen Tonnen = Güterzug

Verbrauch an Rohstoffen und Energie
Elektrogeräte sind „Energiefresser“ und verschlingen bereits bei ihrer Herstellung einen großen Anteil an Ressourcen. So ist es nicht nur die Menge des Elektroschrotts, sondern auch seine Qualität, die ein nachhaltiges Handeln verlangt. Um nicht auf Kosten zukünftiger Generationen Ressourcen zu verschwenden, müssen Wege gefunden werden, die Rohstoffe optimal zu nut-zen, die z.B. in einem Rechner und Montitor stecken.

Hier steht die Vermeidung von Müll an erster Stelle, indem die Geräte insgesamt länger genutzt oder weiter verwendet werden. Denn es ist eine einfache Rechnung: der hohe Aufwand an Ressourcen und Energie, die ein Elektrogerät benötigt, wird relativ geringer, je länger es in Gebrauch bleibt.

Am Beispiel eines Computers rechnet sich das so:
  • Der größte Anteil an Material und Energie geht in den Produktionsprozess. Je langlebiger der Rechner ist, der dabei entsteht, umso besser werden diese Ressourcen genutzt. Oder in Zahlen ausgedrückt:
  • Wenn sich die 16 Tonnen Rohstoffe, die ein privater Rechner in seinem „Leben“ verschlingt, auf eine Nutzungszeit von 10 Jahren verteilen, so sind das 1,6 Tonnen pro Jahr; bleibt er nur 5 Jahre in Betrieb, so fällt für jedes Jahr die doppelte Menge von 3,2 Tonnen an.

Übrigens
Ein privat genutzter Rechner verbraucht in seinem “Leben“ fast 2/3 so viel an Rohstoffen wie ein Mittelklasse- PKW ohne Elektronik.

Ein umfassendes ist ein weiterer Weg, um zu verhindern, dass die Menge an Rohstoffen, die der enthält, ungenutzt auf dem Müllberg landet. Das Ziel ist, einzelne Elemente als Ersatzteile weiter zu verwerten und die Rohstoffe für den erneuten Einsatz im Herstellungsprozess zurück zu gewinnen.

Ein brisanter Materialmix
Hoch Runter

Ein brisanter Materialmix der Rohstoffe im erfordert ihre sorgfältige Trennung und Sortierung: neben den Wertstoffen, die wieder gewonnen werden sollen, sind auch gefährliche Schadstoffe enthalten.

Trennbare Bestandteile eines PCs
Motherboard, Festplatte, Arbeitsspeicher

Schadstoffe in Rechner & Co.
Im Rechner und seiner Umgebung aus Maus, Tastatur und Monitor, kurz Rechner & Co. genannt, sind besonders gefährliche Materialien für Mensch und Umwelt enthalten:
  • Blei auf den Platinen
  • Cadmium in der Bildröhre des Monitors
  • Quecksilber im L- Bildschirm
  • Bromierte Flammschutzmittel in Kunststoffteilen
  • PVC- Weichmacher in den Kabeln
Die Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber sowie Brom und PVC reichern sich im Körper an und können zu chronischen Vergiftungen und anhaltenden Störungen der Körperfunktionen führen, z.B. im Nervensystem, in den Nieren oder auch in der Muttermilch.

Obwohl es inzwischen alternative technische Verfahren gibt, die ganz oder nahezu ohne diese Schadstoffe auskommen, sind diese Giftstoffe bislang noch in den meisten Rechnern enthalten. Sie dürfen nicht auf dem Müllberg landen. Denn von dort aus können sie über Rückstande z.B. im Grundwasser in die Nahrungsmittelkette gelangen und so wieder beim Menschen ankommen.

Der muss der „“ und den Verfahren des zugeführt werden, die es ermöglichen, die Schadstoffe abzutrennen und als Sondermüll unter besonderen Vorkehrungen zu entsorgen.

Wertstoffe
Der und insbesondere Rechner & Co bieten im Materialmix zugleich eine Menge an Wertstoffen, deren Wiederverwendung technisch machbar und auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Bei einem Rechner mit Monitor und Tastatur sind immerhin ca. 86% der Materialien wieder verwertbar.

Die Zusammensetzung des Computerschrotts
Zusammensetzung Computerschrott

Kupfer als einer der wichtigsten Bestandteile von Elektrogeräten kann fast verlustfrei zu qualitativ hochwertigem Material wiederaufbereitet werden. ist daher inzwischen die größte „Kupfermine“ seit 1989 das letzte deutsche Kupferbergwerk seinen Betrieb einstellen musste. Aus 14 Tonnen kann 1 Tonne Kupfer gewonnen werden. Im Bergbau hätten dazu um die 1000 Tonnen Gestein abgetragen werden müssen.

Weitere Edelmetalle sind z.B. in den Platinen enthalten und auch Kunststoffgemische können wieder in Eisen, Nichtedelme-tall und verbrennbaren Kunststoff- Abfall umgewandelt werden.

Neue Vorschriften
Ab Mitte August 2005 trat in Deutschland ein Gesetz in Kraft, mit dem das Modell der konkret für den umgesetzt wird. Alle sind aufgefordert mitzumachen, Verbraucher, die Kommunen und die Hersteller. Ab 24.März 2006 gilt:
  • Kein ausgedientes Elektrogerät darf mehr auf dem Müllberg landen. Die Verbraucher müssen alle (!) Elektrogeräte getrennt sammeln und kostenlos bei Sammelstellen abgeben, die die Kommunen einrichten.
  • Für die Entsorgung, die Vorbehandlung, Verwertung und schließlich die Restbeseitigung des Elektroschrotts sind die Hersteller zuständig.

Kreislaufwirtschaft Elektroschrott
Kreislaufwirtschaft Elektroschrott

Die Hersteller werden verstärkt in die so genannte „Produktverantwortung“ einbezogen: sie erstreckt sich von nun an über den gesamten Lebenszyklus des Elektrogeräts, das sie auf den Markt bringen, angefangen bei der Produktion über die Nutzung durch den Verbraucher bis hin zur Entsorgung.

Auch hier gilt eine einfache Rechnung: es spart Kosten und Probleme, wenn schon bei der Produktion eines Gerätes auf einen umweltschonenden Gebrauch und die spätere Entsorgung geachtet wird. Daher ist der Einsatz bestimmter Schadstoffe, z.B. von Schwermetallen und bromierten Feuerschutzmitteln in Zukunft beim Bau von Rechnern verboten.

Übrigens
Ein erstes Pilotprojekt zur „Computer-Rücknahme“ der Stadt Reutlingen in Kooperation mit einem großen PC-Hersteller brachte erfreuliche Ergebnisse: die Verbraucher nutzten das Angebot und auch Kommunen und Hersteller waren zufrieden.

Aus Alt wird Neu
Hoch Runter

ist der typische Müll der Informationsgesellschaft: die neuen Medien und Technologien, die zunehmend die gesellschaftlichen Strukturen und Abläufe bestimmen, schaffen mit den entsprechenden Geräten eine neue Form von Abfall, aber auch die Möglichkeiten, ihn nach den Prinzipien der und der zu entsorgen.

„Aus Alt wird neu“: das geht, aber nur, wenn alle mitmachen.

Augen auf beim Kauf
Die Verlockung ist groß: die rasche Entwicklung der Technologie bietet laufend neue Geräte, die spannende Möglichkeiten versprechen. Durch klugen Kauf kann verhindert werden, dass der genau so rasch anwächst, ohne dass es heißt auf Qualität und Komfort verzichten zu müssen. Und den eigenen Geldbeutel schont es häufig ebenfalls.

Beim Kauf eines Rechners sollte man auf folgende Eigenschaften achten::
  • Langlebig durch gute Qualität, modularen und ausbaufähigen Aufbau
  • Reparaturfreundlich, möglichst langfristig gesicherte Beschaffung von Ersatzteilen
  • Schadstoffarm, energiesparend, was z.B. durch das Umweltzeichen "Blauer Engel" ausgewiesen wird.

Weiterverwenden und Verwerten
Der Rechner, der einem selbst zu alt geworden ist, kann für jemand anderen genau der richtige „Neue“ sein: so lange ein Gerät noch technisch einwandfrei funktioniert, kann es zum weiteren Gebrauch verkauft oder verschenkt werden. Und man selber sollte sich vor der eigenen Kaufentscheidung natürlich auch umsehen, ob es gleich ein neues Gerät sein muss oder ob es nicht auch ein gebrauchtes tut.

Kann ein Rechner insgesamt nicht mehr genutzt werden, so können einzelne Elemente ausgebaut und als Ersatzteile für andere Rechner verwertet werden.

TIPP
Gebrauchte Rechner und Ersatzteile findet man nicht nur bei Online-Auktionen und in Second Hand Computerläden, sondern auch bei Büroauflösungen und auf speziellen Computermessen, z.B. der Combär, die regelmäßig in Berlin statt findet.

Recycling der Wertstoffe
Ist ein Rechner nicht mehr funktionsfähig und ist auch das „Ausschlachten“ möglicher Ersatzteile schon erfolgt, so bleibt als die letzte Stufe seiner Verwertung die Demontage und das zur Wiedergewinnung der Wertstoffe. Die Elektrogeräte werden auseinander genommen, die einzelnen Elemente sortiert, dann zerkleinert und nochmals sortiert.

Die Demontage von hat sich inzwischen zu einer eigenen Branche entwickelt. Denn der erfordert besondere Verfahren, um seine Bestandteile in Schadstoffe und Wertstoffe trennen und weiter verarbeiten zu können. Sie kommen bislang noch nicht ohne Handarbeit aus. Die Geräte unterscheiden sich zu stark voneinander und selbst bei baugleichen Modellen können z.B. Schrauben durch Klebefüßchen verdeckt sein. Die Demontage erfordert besonderes Geschick, über das nur das menschliche Auge und die menschliche Hand verfügen.

Sicherheitsvorkehrungen sind ebenfalls bei der Trennung der Materialien zu beachten. So muss z.B. bei einem Notebook als erstes das hochgiftige Quecksilber aus dem L- Display entfernt werden.

Nach der neuen Rechtslage ab August 2005 tragen die Hersteller die Kosten, die diese wiederum über den Preis der Neugeräte finanzieren.
Große Hersteller wie z.B: Apple, Dell und Hewlett Packard bieten schon jetzt einen - Service für ihre Produkte an.

Übrigens
„Global denken, lokal handeln“ - das Motto nachhaltigen und verantwortungsvollen Verhaltens schließt natürlich aus, dass der Elektroschrott einfach in Länder wie Indien und China exportiert wird. Dort werden die Rohstoffe zum Teil unter Umständen wieder zu gewinnen versucht, die die Umwelt und die arbeitenden Menschen in hohem Maß gefährden.

Die EU- Richtlinien schreiben als Ziel eine - Quote von 65 % vor. Bei den Desktop- Rechnern oder den „Türmen“ ist das kein Problem, da sie zu 65% aus Metall bestehen, das ohne Qualitätsverluste wieder gewonnen werden kann.

Ein „Downcycling“ d.h. ein Sinken der Qualität nach dem droht besonders beim Kunststoff. Hier müssen die Verfahren der sauberen Trennung des Kunststoffes noch verbessert werden. Das betrifft vor allem die Laptops, bei denen nur ein Viertel aus Metall, aber über ein Drittel aus Plastik besteht.

Zusammenfassung

Jill ist zufrieden: mit Jim gemeinsam hat sie Antworten auf ihre Fragen gefunden. Sie entscheidet sich zwar für einen neuen Rechner, bereitet aber alles vor, um ihr altes Gerät kostenlos abgeben zu können. Den Monitor will sie noch eine Weile behalten und erst einen besseren anschaffen, wenn sie auch den Rechner mit einer leistungsstärkeren Grafikkarte aufrüsten wird. Denn da hat Jill drauf geachtet: ihr neuer Rechner ist so konstruiert, dass sie ihn einfach um- und nachrüsten kann.


 
 Toolbox


Drucken
Die Druckversion des Lernobjekts
Wissensnetz
Das Wissensnetz mit allen Begriffen.

 Mehr im Netz
BSR Ratgeber Abfall
Ausgabe Mai 2005
BSR Ratgeber Abfall
Stichwort Elektroschrott
BMU
Elektroschrott-Vermeiden und Verwerten
Verbraucherzentrale NRW
Computerschrott-Hightech für die Mülltonne
WWF Broschüre
Computer und Umwelt
Deutsche Umwelthilfe
Das Elektrogesetz
Projekt Green Electronics
Ausführliche u. praktische Informationen zum neuen Elektrogesetz
Das T-Com Haus
Probewohnen in der Zukunft
Die Zukunft gehört den Kaputtmachern
DIE ZEIT 32, 2004
Electocycling
Infos einer Demontagefabrik zum Elektro-Recycling
Computer- Rücknahme
Erfolgreiches Projekt in Reutlingen
BSR Tausch- und Verschenkmarkt
Kostenlose Online-Börse
Combär Berlin
Computermesse mit Second Hand, Schnäppchen und Sonderposten
Apple Recycling (engl.)
Herstellerangebot zur Computerrücknahme
„Blauer Engel“
Jury Umweltzeichen

 Kontakt
 © 2004 helliwood:media. Alle Rechte vorbehalten. Rechtliche Hinweise | Informationen zum Projekt | Autorenverzeichnis